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Cannabis legalisieren?

  • geschrieben von Lisa Zeiler
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JU-Kreisverband Fürstenfeldbruck diskutierte mit Abgeordneten, einem Polizeikommissar und einem GRÜNEN-Stadtrat 

Eichenau -  Bei tropischen Temperaturen diskutierte der  Kreisverband der Jungen Union Fürstenfeldbruck ein "heißes Thema"  im Eichenauer Bürgerzentrum: Die "Legalisierung von Cannabis".  In 23 Bundesstaaten der USA ist die Droge für den medizinischen Konsum bereits legalisiert und auch in Bayern läuft derzeit ein Volksbegehren zum Thema „Legalisierung von Cannabis“. Es diskutieren Dr. Hans Reichhart, Landesvorsitzender der JU Bayern sowie Mitglied des Bayerischen Landtags, Martin Heinrich, Polizeihauptkommissar der Brucker Polizeiinspektion wie auch der Bezirks-, Kreis- und Stadtrat von Bündnis 90/ Die Grünen, Jan Halbauer. 

Diskussionsleiterin  war die neu gewählte Kreisvorsitzende der Jungen Union FFB, Thuy Tran. Jeder vierte Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren hat bereits Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis, etwa 500.000 Drogenabhängige sind in der Bundesrepublik registriert. Die Junge Union ist gespalten: Einerseits legt sie Wert auf Aufklärung und Suchtprävention, andererseits gilt die Hanfpflanze in der Medizin als wichtiges Mittel zur Schmerztherapie. 

Während der Grünenpolitiker auf eine „kontrollierte Abgabeform mit Jugendschutz“ verweist, erinnerten  Reichhart und Heinrich an die enormen Folgeschäden, die der Cannabiskonsum vor allem bei heranwachsenden Teenagern haben kann. Entwicklungsstörungen, Psychosen oder eine negative Beeinträchtigung des Reaktions- bzw. Denkvermögens seien auch bei erwachsenen Konsumenten oft nachweisbar. Halbauer vergleicht die wohl beliebteste illegale Droge Deutschlands immer wieder mit Alkohol, der ja auch nicht verboten sei. Zudem könne man laut Berechnung der Grünen knapp 2 Milliarden Euro Steuern sparen und den Aufgabenbereich der Polizei auf wichtigere Dinge als die Strafverfolgung konzentrieren. Dass man allerdings im Gegensatz zu Alkohol bereits ab der ersten Hanfpflanze abhängig werden könne, lasse er dabei außer Acht. 

Mit einer Freigabe der Droge überschreite man eine gewisse Hemmschwelle, argumentiert der JU-Landesvorsitzende, Dr. Hans Reichhart. „Verbote schrecken eben nun mal ab, vor allem diejenigen, die noch nicht so gefestigt sind.“ Es sei schließlich Aufgabe des Staates, anfällige Menschen zu schützen. Auch Polizeihauptkommissar Heinrich sieht mit der Legalisierung eine Gefahr, dass sich die aktuelle Quote von 40% der 18-25 jährigen, die bereits einen Erstkontakt zu Cannabis hatten, verdopple: „Viele kiffen, weil’s cool ist“. Es seien nicht Gesetze, die einen für gewisse Stoffe abhängig machen, sondern die Umweltfaktoren, meint Jan Halbauer. Während man in Bayern bei einem Konsum von 6 g pro Jahr schon als „Kiffer“ gelte, seien in Berlin 15 g innerhalb zwei Stunden normal. 

„Deshalb laffts a so guad in Berlin“ der Kommentar darauf aus dem Publikum, welcher der Menge ein kurzes Auflachen entlockt. „Es gibt nichts Schlimmeres, als einen 18-jährigen Teenager in die Anstalt überweisen zu müssen, weil er psychosomatisch erkrankt ist“, weiß Reichhart, der selbst Jahre lang als Jugendrichter am Amtsgericht Dillingen arbeitete. Darüber, dass Cannabis als Mittel der Schmerztherapie legitim ist, sind sich alle Podiumsgäste einig. Aber der Konsum von Suchtmitteln höre da auf, wo andere Personen gefährdet seien. So sei dies bei Cannabiskonsum im Straßenverkehr der Fall, wo Konsumenten nicht mehr nur über sich selbst verfügen. Es sei doch „großes Kino“, dass sich die Junge Union dem Thema stelle, lobt Grünenpolitiker Halbauer abschließend die Veranstaltung. „Ihr seid die Zukunft der CSU. Ihr werdet in zehn Jahren im Landtag sitzen und die Politik mitgestalten“, gibt er der JU mit auf den Weg. Und so beendet die Eichenauer JU-Ortsvorsitzende, Lisa Zeiler die Veranstaltung mit einem Zitat von Homer Simpson: „Auf die Drogen - Die Ursachen aller Lösungen und Probleme“. 

 

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